Anglertreff des LAV 2018 im Wörlitzer Winkel

Nicht wenige Angler, die sich für die Veranstaltung angemeldet hatten, waren erfreut über die große Resonanz in den Vereinen.

75 Angelfreunde wurden von den Mitgliedsvereinen zum diesjährigen Anglertreff nominiert. Und wenn es nach den Teilnahmewünschen gegangen wäre, hätten die Verantwortlichen noch ein ganzes Stück Elbufer mehr bereitstellen sollen. Da aber Umweltverträglichkeit und sanfte Nutzung der Natur zu den Grundprinzipien des LAV gehören, erhielten sie auch in diesem Fall den Vorrang vor Spektakel und Gigantismus. Damit scheint ein guter Kompromiss zwischen Naturverträglichkeit und Anglerträumen gefunden worden zu sein.

Warum aber eine solche Anziehungskraft von dieser Veranstaltung ausgeht, kann man erst verstehen, wenn man mit den Akteuren ins Gespräch kommt. Als universelle Anglerbörse bereichert der hier gewonnene Erfahrungsschatz in Zukunft nicht nur die Jugendarbeit im ganzen Landesverband. Hier sieht man neben dem perfekten Umgang mit den Angelgeräten, auch den effektiven Einsatz von Ködern und kann gut den gekonnten Wechsel zwischen entspannter Beobachtung und reaktionsschnellem Handeln bestaunen.

Und nicht zuletzt verwandeln sich in den Augen so manchen Beobachters die neusten und besten Angelruten in wahrhafte Zauberstäbe und die Geräteständer in Arsenale für Wunderwaffen. Und nicht selten ertappt man sich selbst dabei, wie aus ehrfürchtigen Staunen, Wünsche für den nächsten Einkaufsbummel wachsen. Gut, dass es bei den Weisheiten der Angler ähnlich ist, wie bei den Fußballern, nach denen Geld keine Tore schießt, oder in diesem Fall keine Fische fängt. Aber beim Gebrauch so mancher Angelausrüstung im Werte eines Kleinwagens, fühlt sich dann doch so mancher Petrijünger an Goethes Zauberlehrling erinnert.

Erfahrungs- und Gedankenaustausch, die Pflege von Kontakten, die Einhaltung sozialer Normen und nicht zuletzt die körperliche Betätigung bis ins hohe Alter sind wesentliche Aspekte, die den hohen Stellenwert des Anglertreffs ausmachen. Zugleich verbinden die Mitglieder damit die vitale Bewahrung und Pflege eines uralten Kulturgutes der Menschheit, das auch weiterentwickelt werden muss.

Und so konnte der Veranstalter ein großes Lob von den Teilnehmern entgegennehmen, war der Anglertreff 2018 in der Retrospektive so manchen Teilnehmers, eine der besten Veranstaltungen des LAV der letzten 10 Jahre. Und das der Erfolg viele Väter hat, sei auch hier nicht unerwähnt. Eine schnelle und unbürokratische Genehmigung für die Verwendung des Setzkeschers durch den Landkreis Wittenberg gehört ebenso dazu, wie die prompte schriftliche Erlaubnis der Zuwegungen durch die Agrargenossenschaft Wörlitz. Natürlich gilt ein besonderer Dank dem bewirtschaftenden Fischer Fleming für die Angelberechtigung an diesem tollen Elbabschnitt. Und ohne unsere Funktionäre vor Ort, insbesondere dem AV Vockerode und die Familie Ehrlein, hätten wir neben gut beschilderten Angelplätzen auch eine vorzügliche Verpflegung schmerzlich vermisst.

Und ganz nebenbei wurden beim Hegeangeln auch noch fast 400 kg Weißfisch gefangen, die als willkommene Kompensation in durch Kormoranfraß geschädigte Gewässer des Wörlitzer Winkels umgesetzt werden konnten. GJ