Gewässerordnung

Gewässerordnung des

Landesanglerverbandes Sachsen-Anhalt e.V.

1. Präambel

Die Gesserordnung des LAV Sachsen-Anhalt e.V. regelt in Umsetzung des Fischereigesetzes für das Land Sachsen-Anhalt und der Fischereiordnung des Landes Sachsen-Anhalt die Ausübung der Angelfischerei an den Gessern des LAV Sachsen-Anhalt e.V. In der Gewässerordnung werden außerdem die Grundsätze für die Betreuung und die Bewirtschaftung der Gesser des gemeinsamen Gewässerfonds des LAV Sachsen-Anhalt e.V. dargelegt.

Oberstes Prinzip des LAV Sachsen-Anhalt e.V. ist es, die Gewässer als Lebensraum zu erhalten und vor Scdigungen zu sctzen, sowie einen der Größe und der Beschaffenheit des Gewässers entsprechenden artenreichen, gesunden, ausgeglichenen und naturnahen Fischbestand zu erhalten und aufzubauen. Die Gewässer als Lebensraum und die in ihnen beheimateten Tiere und Pflanzen sind Bestandteile des Naturhaushaltes. Ordnungsgemäße Fischerei dient der Erhaltung eines ausgewogenen Naturhaushaltes der Gesser und dem Naturschutz in der historisch gewachsenen Kulturlandschaft. Ordnungsgemäße Fischerei ist ein Teil der Kulturgeschichte. Als Angelfischerei stellt sie neben der zusätzlichen Nahrungserwerbsmöglichkeit eine sinnvolle Freizeit- und Erholungsgestaltung dar.

2. Verhalten der Angler am Wasser

Jeder Angler ist verpflichtet, sich vor dem Angeln zu informieren, ob es sich um ein Gewässer des gemeinsamen Gewässerfonds des LAV Sachsen-Anhalt e.V. handelt, und ob Einschränkungen beim Angeln zu beachten sind. Die ordnungsgemäße Angelfischerei beinhaltet u.a. die Einhaltung von Ordnung und Sauberkeit am Angelgesser und dessen Zugang, die Beachtung aller über das Fischereigesetz hinaus geltenden Rechtsvorschriften sowie eine aktive Unterstzung aller dem Schutz dieses Gessers dienenden Maßnahmen. Die Angler haben sich so zu verhalten, dass Personen, andere rechtmäßige Nutzungen und die narliche Umwelt nicht gefährdet oder geschädigt werden.

Dafür sind Verantwortungsbewusstsein, Disziplin, gegenseitige cksichtnahme und Vorsicht Grundvoraussetzungen. Hunde müssen angeleint gehrt werden. Bei Kontrollen sind alle Hunde außerhalb des Angelbereiches zu führen und zu befestigen.

Jeder Angler hat die Angelfischerei so auszuüben, dass andere bei ihrer Fischereiausübung nicht unzumutbar beeinträchtigt werden und dass ein ausreichender Abstand zwischen den Anglern eingehalten wird. Bei der Wahl des Angelplatzes hat der Zuerst kommende das Vorrecht der Angelausübung.

Angelplätze sind sauber zu halten und sauber zu hinterlassen. Bei Kontrollen durch Fischereischutzberechtigte gilt derjenige als Verursacher der Verschmutzung der Angelstelle, der an dieser angetroffen wird.

Ausgelegte Angeln müssen sich unter ständigem Sichtkontakt des Anglers befinden. Dem Gewässer entnommene Fische müssen vor Ort in die Fangstatistik eingetragen werden.

An allen Angelgessern des LAV hat der Angler die Befugnis, die an das Gewässer angrenzenden Ufer, Anlandungen, Schifffahrtsanlagen sowie Brücken, Wehre, Schleusen und sonstige Wasserbauwerke auf eigene Gefahr zu betreten und zu benutzen, soweit dies zum Zwecke der Fischerei erforderlich ist und öffentlich-rechtliche Vorschriften nicht entgegenstehen. Die Befugnis

erstreckt sich nicht auf Gebäude, zum unmittelbaren Haus-, Wohn- und Hofbereich gerende

Grundscksteile und gewerbliche Anlagen mit Ausnahme von Campingplätzen. Die Befugnis ist so auszuüben, dass Schäden an Gessern, angrenzenden Ufern und Anlandungen vermieden, die Wassergüte nicht beeinträchtigt und die Funktionsfähigkeit der Anlagen nicht gestört werden. Wasserfahrzeuge

Festlegung: Als Wasserfahrzeuge werden alle Gegenstände zur Fortbewegung bezeichnet, derer sich der Mensch mittels Hilfsmittel bedient, um sich auf einem Gewässer zu bewegen oder Gegensnde auf einem Gewässer zu transportieren.

Die Entscheidung darüber, ob Wasserfahrzeuge, Boots- und Angelstege im jeweiligen Gewässer benutzt oder gebaut werden rfen, trifft der betreuende Verein in Abstimmung mit der zusndigen Umweltbehörde, dem Eigentümer und dem LAV Sachsen-Anhalt e.V.

Die Gewässer auf denen eine Nutzung von Wasserfahrzeugen gestattet ist, entnehmen Sie dem Gewässerverzeichnis des LAV Sachsen-Anhalt e.V. In Salmonidengewässern rfen keine Wasserfahrzeuge zum Angeln benutzt werden. Wasserfahrzeuge müssen (außer beim Spinn-, Hegene- und Schleppangeln) bei allen Angelarten verankert sein, die Verankerungen sind nach dem Angeln wieder zu entfernen. Alle Wasserfahrzeuge sind deutlich sichtbar zu kennzeichnen, für die Registrierung der Wasserfahrzeuge sind die Mitgliedsvereine zusndig.

Das Betreten und Befahren des Geleges ist untersagt, die Beangelung ist nur vom Ufer oder vom vor dem Gelege liegenden Boot aus gestattet.

Alle Angler haben die Pflicht, bei der Feststellung von Fischsterben, Fischkrankheiten, Gewässerverunreinigungen und Fischfrevel entsprechend den ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten Maßnahmen zur Unterbindung einzuleiten.

Fischsterben sind unverzüglich der Unteren Fischereibehörde oder einer Polizeiberde anzuzeigen, und es ist der Fischereiausübungsberechtigte zu informieren.

In Naturschutzgebieten, NSG-gleichen Totalreservaten und Kernzonen von Biosprenreservaten und von Naturparken hat sich die Angelfischerei vorrangig an den Zielen des Naturschutzes zu orientieren. Bei der Beangelung von Gewässern in Naturschutz- u.ä. Gebieten sind für diese Gebiete zutreffende Behandlungsrichtlinien und Gebietsverordnungen zu beachten.

Nach § 20 c des Bundesnaturschutzgesetzes, bzw. § 30 Naturschutzgesetz des Landes Sachsen- Anhalt, besonders gesctzte Biotope (Gelegezonen, Verlandungsbereiche, naturnahe und

unbebaute Uferabschnitte) rfen nicht zersrt oder erheblich oder nachhaltig beeinträchtigt werden. Gegenüber Fischereischutzberechtigten, bestigten Fischereiaufsehern, Polizeibeamten und kontrollberechtigten Mitgliedern der Vereine hat sich jeder Angler mit der Mitgliedskarte, dem Fischereischein und den entsprechenden Fischereierlaubnisscheinen auszuweisen und diese Dokumente zur Einsichtnahme auszundigen. Beim Angeln in Gessern des gemeinsamen

Gewässerfonds des LAV Sachsen-Anhalt e.V. gilt das Gewässerverzeichnis des LAV Sachsen-Anhalt

e.V. als Bestandteil des Fischereierlaubnisscheines und ist deshalb ebenfalls zur Einsichtnahme vorzulegen.

Das benutzte Angelgerät, verwendete Köder und gefangene Fische sind zur Kontrolle vorzuweisen. Gegenüber von Personen, die in einem Gewässer unberechtigt fischen oder sonstige Zuwiderhandlungen gegen fischereirechtliche Vorschriften begehen, haben die Fischereischutzberechtigten und die bestigten Fischereiaufseher weiterhin die Befugnis, sie anzuhalten, ihnen gefangene Fische und Fanggeräte abzunehmen (Sicherstellung) und die Identität ihrer Person festzustellen. Wenn es sich um Versße gegen die Gewässerordnung handelt, können sie die betreffende Person vom Gewässer verweisen bzw. den Fischereierlaubnisschein einbehalten.

3. Bewirtschaftung und Betreuung der Gewässer des LAV Sachsen-Anhalt e.V.

Die Gesser des LAV Sachsen-Anhalt e.V. bestehen aus vom LAV gepachteten, dem LAV zur Nutzung überlassenen Gessern sowie Gewässern, die Eigentum des LAV sind und aus Gewässern, die die Mitgliedsvereine in den gemeinsamen Gewässerfonds des LAV eingebracht haben.

Die Gesser des LAV werden als Angel- oder Aufzuchtgesser genutzt.

Im Sinne der Hegepflicht darf die Intensität der Angelfischerei die nachhaltige Ertragsfähigkeit eines

Gewässers nicht beeinträchtigen.

Die Angelgesser des Gesserfonds des DAFV stehen allen Mitgliedsvereinen des LAV und deren Mitgliedern zum Angeln zur Verfügung, wenn sie im Besitz einer gültigen Fischereierlaubnis des jeweiligen Bundeslandes sind.

Die Betreuung und Bewirtschaftung der Angelgesser obliegt dem jeweils zuständigen betreuenden Angelverein in Abstimmung mit dem LAV Sachsen-Anhalt e.V. Ein eigenmächtiges Umsetzen von Fischen durch Angler ist verboten.

Art und Weise der Betreuung der Angelgesser sowie Maßnahmen der Angelgesser- bewirtschaftung werden in den Pachtverträgen und in den Betreuungsvereinbarungen geregelt.

Alle Angler des LAV Sachsen-Anhalt e.V. sind zu Hegeleistungen an den Gewässern verpflichtet.

Hinweise entnehmen sie bitte der Gesserfondsordnung.

Die Bewirtschaftung der Aufzuchtgesser wird durch den zuständigen Verein selbstständig geregelt. Der betreuende Verein entscheidet in Abstimmung mit dem Landesanglerverband über die Nutzung der Gewässer als Angel- oder Aufzuchtgewässer bzw. über die Nutzung als Salmonidengewässer.

Die Nutzung und Bewirtschaftung aller Angel- und Aufzuchtgewässer des LAV richtet sich nach ökologischen und fischereiwirtschaftlichen Gesichtspunkten, die durch den LAV allen Vereinen zu vermitteln sind.

4. Ausübung des Angelns

4.1 Berechtigung zum Angeln

Das Angeln ist erlaubnispflichtig. Der Fischereischein berechtigt zum Erwerb von

Fischereierlaubnisscheinen.

Fischereibefugte (Inhaber eines Fischereischeines und eines Fischereierlaubnisscheines für die betreffenden Gesser) können in den allgemeinen Gewässern des LAV Sachsen-Anhalt e.V. das Friedfischangeln, das Raubfischangeln, das Fluganglen und das Nachtangeln ausüben.

Für das Angeln in Salmonidengewässern muss eine zusätzliche Angelerlaubnis erworben werden. Beim Angeln sind der Fischereischein, der Fischereierlaubnisschein, das Gesserverzeichnis und die Gewässerordnung sowie die Fangkarte und von Mitgliedern des LAV Sachsen-Anhalt die Mitgliedskarte mitzuführen.

Inhaber des Jugendfischereischeines und des Sonderfischereischeines, die Mitglied in einem Verein des LAV sind, rfen mit Zustimmung der Erziehungsberechtigten einen Fischereierlaubnisschein erwerben. der jedoch nur zum Friedfischfang berechtigt.

Jugendfischereischeininhaber sollten den Nachweis der Grundstufe im Schwimmen erbringen. Sonderfischereischeininhaber rfen an den Gessern des LAV S-A das Angeln nur in Begleitung eines volljährigen Fischereischeininhabers ausüben, der fischereibefugt sein muss.

Fischereischeininhaber können nur bei den Vereinen für die Gewässer, die durch diese Vereine betreut werden, Tages-, Wochen- und Monatsfischereierlaubnisscheine erwerben. Beim Erwerb der Fischereierlaubnisscheine ist ein gültiger Fischereischein vorzuweisen.

Mitglieder von Vereinen anderer Landesverbände des DAFV, deren Verbände ihre Gewässer in den gemeinsamen Gewässerfonds des DAFV eingebracht haben, können in den Gessern des LAV Sachsen-Anhalt e.V. mit den entsprechenden Dokumenten ihres und unseres Landesverbandes angeln.

4.2 Angelgeräte

4.2.1.1 Angler rfen in den allgemeinen Gewässern des LAV Angelgeräte wie folgt verwenden:

Inhaber des Fischereischeines und einer ltigen Fischereierlaubnis rfen mit zwei Wurfruten mit Rolle und einer Kopfrute ohne Rolle (Stippangel) auf Raubfische und auf Friedfische angeln. Die Kopfrute darf nur als Friedfischangel verwendet werden.

Inhaber des Fischereischeines und einer ltigen Fischereierlaubnis rfen mit einer Spinnangel oder einer Flugangel oder einer Hegene nach 4.2.2 angeln. Wenn die Spinnangel oder die Flugangel oder die Hegene benutzt wird, dürfen gleichzeitig keine weiteren Angeln verwendet werden. Inhaber des Jugendfischereischeines oder des Sonderfischereischeines oder des Friedfischfischereischeins und einer gültigen Fischereierlaubnis rfen nur mit zwei Friedfischangeln nach 4.2.2 und einer Kopfrute ohne Rolle (Stippangel) auf Friedfisch angeln. Gefangene Raubfische, Hecht, Rapfen, Wels, Zander

und Salmoniden sind schonend zurückzusetzen.

Eine Unterstzung des Anglers durch eine nicht fischereibefugte Person ist möglich für :

1. den Transport und die Beaufsichtigung aller Fischereigeräte des Anglers

2. das Auswerfen und Halten einer Angelrute, mit Ausnahme von Spinn- und Flugangel

3. den Einsatz des Unterfangkeschers beim Anlanden und

4. weitere Hilfstätigkeiten ohne Kontakt zum lebenden Fisch

Die Anzahl und Art der nach §1 Abs.4 Satz 1 und 3 der Fischereiordnung des Landes Sachsen-Anhalt erlaubten Fischereigeräte dürfen hierdurch nicht überschritten werden.

4.2.1.2 Angler rfen in Salmonidengewässern des LAV Angelgeräte wie folgt verwenden:

Inhaber des Fischereischeines und einer ltigen Fischereierlaubnis für Salmonidengesser rfen in Salmonidengewässern eine Flugangel oder eine Spinnangel entsprechend Ausschilderung der Gewässerstrecke benutzen.

4.2.2 Die einzelnen Angelgeräte müssen wie folgt beschaffen sein:

Friedfischangel

Eine Friedfischangel besteht aus einer Rute mit oder ohne Rolle, einer Angelschnur, mit oder ohne

Pose und Beschwerung, und einem einschenkligen Haken, der mit pflanzlichen oder tierischen

Ködern oder Nachbildungen dieser bestückt ist. Bei Benutzung der Friedfischangel nicht erlaubt ist die Verwendung von Köderfischen, anderen Wirbeltieren, Zehnfußkrebsen oder Teilen von allen diesen Ködern (Fetzenköder), Kunstköder, die zum Fang von Raubfischen geeignet sind, insbesondere Spinner, Blinker, Wobbler, Twister, Pilker und Jigs. Als Friedfischangel zählt auch die Mormyschkaangel. Mormyschkaköder rfen nur senkrecht im Wasser bewegt werden. Sie rfen nicht größer als 2 cm sein und nur einen Einfachhaken ab Größe 8 und kleiner der internat. Skala haben. Eine zusätzliche Beköderung mit Friedfischködern ist zulässig. Vorrichtungen, die beim Anbiss eines Fisches diesen narkotisieren oder selbstständig einen Anhieb setzen, sind verboten.


Raubfischangel

Rute mit Rolle und einem toten Köderfisch der erlaubten Arten oder einem Fetzenköder an bis zu drei

Einfach-, Doppel- bzw. Drillingshaken.

Es ist verboten, gesctzte Arten (siehe Pkt. 5.2) als Köder zu verwenden. Lebende Köderfische dürfen nur mit Ausnahmegenehmigung der Oberen Fischereiberde (nach § 23 der Fischereiordnung) verwendet werden.

Spinnangel

Rute mit Rolle und künstlichem Köder oder totem Köderfisch, bei der der Köder durch den Angler ständig bewegt wird. Die Hakenzahl ist auf drei Einfach-, Doppel- bzw. Drillingshaken begrenzt. Die Verwendung von Ködern mit feststehenden Haken ist nicht gestattet, ausgenommen sind Krautblinker und Weichplastikköder.

Schleppangel

Am Boot befestigte Rute oder Schleppvorrichtung mit einem Spinnköder, der durch die Bewegung des

Bootes bewegt wird. Das Schleppangeln ist nur auf stehenden Gessern mit einer Fläche über

30 ha und mit Bootszulassung gestattet. Das Schleppangeln ist nur mit einer Rute je Angler zulässig. Die Genehmigung hierzu erteilt der betreuende Verein in Abstimmung mit dem Landesanglerverband.

Flugangel

Flugrute mit Flugrolle, Flugschnur und Vorfach sowie maximal einer künstliche Fliege als Köder, Künstliche Fliegen nur mit Einfachhaken.

Hegeneangel

Nur zulässig zum Fang von Maränen in Gessern mit nachgewiesenem Maränenbestand. Rute mit Rolle, Schnur mit Verwendung beschwerter Vorfächer, von denen seitlich bis zu fünf, in der Höhe versetzte kurze Seitenarme mit jeweils einer Anbissstelle abzweigen. Die Anbissstellen einer Hegene dürfen nur mit Würmern oder Maden oder mit Nachbildungen von Fliegenlarven (Nymphen) besckt sein.

4.3 Besonderheiten beim Raubfischangeln

Als Köderfische rfen nur folgende Fischarten gefangen, verwendet und gehältert werden: Aland, Barsch, Blei, Giebel, Gründling, Güster, Karausche, Kaulbarsch, Plötze, Rotfeder, Ukelei, Hasel, bel, Zope und Meeresfische. Es rfen für die erlaubten Fischarten, außer Barsch, nur hinreichend geräumige Setzkescher aus knotenfreiem Material zur Hälterung verwendet werden. Köderfische rfen nur tot, auch in Teilen (Fetzenköder) verwendet werden.

Zum Köderfischfang darf eine Senke verwendet werden, die maximal 1,20 x 1,20 m gr sein darf und eine Maschenweite von mindestens 6 mm hat.

4.4 Besonderheiten beim Angeln in Salmonidengewässern (gekennzeichnet mit Schildern der Anlage 1)

Voraussetzung für das Angeln in Salmonidengessern ist der Erwerb einer Fischereierlaubnis für

Salmonidengewässer.

In Salmonidengessern ist nur das Spinn- und Flugangeln gestattet.

Beim Spinnangeln in Salmonidengewässern rfen nur künstliche Spinnköder oder Wobbler mit einem Drilling verwendet werden. In Salmonidengewässern ist die Benutzung der Wasserkugel oder anderer Auftriebskörper nicht gestattet, ebenso ist der Einsatz von Ködern aus Weichplastik bzw. Gummi verboten.

Köderfischsenken rfen in Salmonidengessern nicht verwendet werden.

Beim Spinn- und Flugangeln in Salmonidengessern ist jeder Zusatz von natürlichen Ködern unzulässig. Der betreuende Verein kann einzelne Gesserstrecken für das Watangeln sperren sowie Flugangelstrecken und Schonstrecken festlegen. Die betreffenden Gesserstrecken sind dementsprechend zu kennzeichnen (siehe Anlage 1)


4.5 Besonderheiten beim Nachtangeln

Als Nachtangeln gilt die Zeit von einer Stunde nach Sonnenuntergang bis eine Stunde vor

Sonnenaufgang.

Das Nachtangeln ist nur in allgemeinen Angelgessern erlaubt, in Salmonidengessern ist

Nachtangeln verboten.

Inhaber eines Jugendfischereischeines rfen das Nachtangeln nur in Begleitung und unter Aufsicht einer Person, die das 18. Lebensjahr vollendet hat, ausüben.

4.6 Regeln r das Eisangeln

Eisangeln darf auf allgemeinen Angelgessern des LAV unter Beachtung der persönlichen und gegenseitigen Sicherheit erfolgen. Das Eisangeln geschieht auf eigene Gefahr.

Auf Fließgessern ist Eisangeln grundsätzlich verboten.

Die Festlegungen der Rechtsträger und der zuständigen Verwaltungsbehörden sind zu beachten. Eislöcher dürfen an der Unterseite der Eisdecke einen Durchmesser bzw. eine Kantenlänge von 20

cm nicht überschreiten. Sie sind nach der Beendigung des Eisangelns deutlich zu kennzeichnen.

4.7 Regeln r das Angeln in Talsperren und wasserwirtschaftlichen Speichern

Vor Beginn des Angelns hat sich jeder Angler über die spezifischen Besonderheiten dieser Gewässer zu informieren. Die Festlegungen der Betreiber, Eigentümer und Aufsichtsbehörden sind zu beachten.

4.8 Regelung r gemeinschaftliche Angelveranstaltungen (Hegeangeln)

Gemeinschaftliche Angelveranstaltungen bedürfen des vernünftigen Grundes und müssen vom für das Gewässer zusndigen Fischereiausübungsberechtigten und von der zusndigen Unteren Fischereibehörde genehmigt werden, wenn eine anschließende Bewertung erfolgen soll.

Ein vernünftiger Grund liegt vor,

wenn eine anschließende Verwertung des Fanges vorgenommen wird,

eine Bestandsregulierung zum Zwecke des Umsetzens in andere Gewässer vorgenommen wird, Fische für wissenschaftliche Zwecke benötigt werden,

der Fang von Laichfischen betrieben wird.

Die Fische sind art- und mengenmäßig zu erfassen. Es ist ein Fangprotokoll zu fertigen. Dies dient als

Beleg für die Bewirtschaftungsmaßnahme und zum Führen der Fangstatistik.

Traditionsveranstaltungen wie z.B. An- und Abangeln, Veteranentreffen, die als gemeinschaftsfördernde Veranstaltungen durchgeführt werden und bei denen keine Bewertung der Fänge erfolgen soll, sind nicht genehmigungspflichtig.

Alle Angelveranstaltungen sind mindestens 4 (vier) Wochen vor Durchführungstermin beim für das

Gewässer zuständigen Verein zur Koordinierung anzumelden.

4.9 Sonstige Regelungen

Beim Angeln kann ein Schutzschirm, ein Schutzschirm mit Überwurf (Wetterschutz) benutzt werden. Das Zelten bzw. Campen an Angelgessern ist erlaubnispflichtig und darf nur auf dafür vorgesehenen Flächen erfolgen. Die Anfahrt an die Gesser und das Parken muss auf dafür freigegebenen Straßen, Wegen und Parkplätzen erfolgen. Der Beschilderung an den Gessern ist unbedingt Folge zu leisten.

Das Füttern wildlebender Fische ist verboten. Eine Anfütterung zum Zwecke des Fischfangs ist nur während dessen Ausübung gestattet. Geringe Mengen Lockfutter bei der Ausübung der Angelfischerei widersprechen außerhalb von Schutzgebieten nicht den Grundsätzen einer ordnungsgemäßen Fischerei.

Eine gewerbliche bzw. kommerzielle Nutzung der in den Gewässerfonds des LAV Sachsen-Anhalt e.V. eingebrachten Gewässer ist nicht gestattet bzw. unzulässig.

Dies trifft insbesondere auf Veranstaltungen wie z.B. das Angelguiding zu. In diesem

Zusammenhang wird auch auf den § 1 des Tierschutzgesetzes verwiesen.

Für gewerbliche bzw. kommerzielle Nutzungen dürfen keine Fischereierlaubnisscheine

- allgemein als Gastkarten bezeichnet - erteilt werden; Mitglieder rfen die ihnen erteilte

Fischereierlaubnis in Sachsen-Anhalt nicht dafür nutzen.


5. Schutz- und Schonmaßnahmen

5.1 Die Behandlung gefangener Fische

Jeder Angler trägt die Verantwortung, dass die gefangenen Fische schonend und tierschutzgerecht behandelt und einer sinnvollen Verwertung zugeführt werden. Gefangene Fische dürfen nur für den Eigenbedarf verwendet werden, ein Verkauf der Fische ist nicht zulässig.

Das Angelgerät und die Landehilfsmittel sind so auszuwählen, dass die zu erwartenden Fische sicher zu landen sind. Fische, die während der Schonzeit gefangen werden und untermaßige Fische sind unverzüglich schonend ins Gewässer zurückzusetzen. Um Verletzungen und Beschädigungen der Schleimschicht und der Oberhaut zu vermeiden, sind diese Fische nur mit nassen nden anzufassen. Der Angelhaken ist mit einem Hakenlöser vorsichtig zu entfernen, oder das Vorfach ist abzuschneiden.

Werden Fische beim Fang nachhaltig verletzt, sind sie unverzüglich zu töten. Die Aneignung dieser Fische ist verboten, wenn sie untermaßig sind oder während der Schonzeit gefangen wurden oder für sie ein Fangverbot besteht.

Das ltern von maßigen Fischen im Fanggewässer bedarf des vernünftigen Grundes und ist auf die erforderliche Dauer zu beschränken.

Es rfen nur hinreichend geräumige Setzkescher aus knotenfreiem Material verwendet werden. Das Hältern von Forellen, Äschen, Maränen, Zandern, Welsen, Rapfen, Hechten, Barben und Barschen ist bei der Angelfischerei verboten. In Gessern mit Schiffs- und Motorbootverkehr und von fahrenden Wasserfahrzeugen aus ist das Hältern in Setzkeschern verboten.

Beim Hegeangeln sind Setzkescher, die mindestens 3 m lang sind und einen Mindestdurchmesser von 40 cm haben, zu verwenden.

5.1.1 Anlandungs- und Entnahmepflicht

Gefangene Fische nicht heimischer Arten, für die weder ein Schonm noch eine Schonzeit festgesetzt sind, müssen angelandet und rfen nicht zurück gesetzt werden. Dies gilt gleichlautend für Welse, die in stehenden Gewässern < 10 ha gefangen werden. Das Umsetzten in andere Gewässer ist verboten.

5.2 Fangverbote

Es ist verboten, Fischen folgender Arten nachzustellen, sie absichtlich zu fangen und zu töten: Bachneunauge, Bitterling, Elritze, Finte, Flußneunauge, Groppe, Lachs, Maifisch, Meerforelle, Meerneunauge, Moderlieschen, Nase, Schlammpeitzger, Schmerle, Schneider, Steinbeißer, Stör, Nordseeschnäpel , Weißflossengründling.

Es ist verboten, Krebsen, Muscheln und Fischnährtieren der besonders gesctzten Arten (siehe § 10 des Bundesnaturschutzgesetzes) nachzustellen oder sie absichtlich zu fangen oder zu ten.

5.3 Mindestmaße

Beim Angeln sind die nachstehenden Mindestmaße (gemessen vom Kopf bis zum letzten

Schwanzflossenstrahl) einzuhalten:

Fischart Mindestmaße in cm
Aal (Anguilla anguilla) 50
Äsche (Thymallus thymallus) 30
Bachforelle (Salmo trutta fario) 25
Barbe (Barbus barbus) 45
Große Maräne (Coregonus lavaretus) 30
Hecht (Esox lucius) 50
Karpfen (Cyprinus carpio) 35
Kleine Maräne (Coregonus albula) 12
Quappe (Lota lota) 30
Rapfen (Apius aspius) 40
Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss) 25
Schleie (Tinca tinca) 25
Zander (Stizostedion lucioperca) 50
Zährte (Vimba vimba) 30
Amerikanischer Flusskrebs (Orconectes limosus) 8
(Maß ohne Schere)


5.4 Schonzeiten

Es ist verboten, Fischen nachstehender Arten während folgender Zeiten nachzustellen oder sie absichtlich zu fangen oder zu töten. Darunter fällt auch das Verwendungsverbot bestimmter Fanggeräte.

Fischart                                  Schonzeit

Äsche                                      01.12. 15.05.

Bachforelle                             15.09. 31.03.

Barbe                                      01.04. 30.06.

Hecht                                      15.02. - 30.04.

Regenbogenforelle                15.09. 31.03. (nur in Salmonidengessern)

Zander                                   15.02. 31.05.

5.4.1. Unzussigerweise gefangene Fische

Fische, die trotz Fangverbotes oder während der Schonzeit gefangen werden, und untermaßige Fische sind unverzüglich schonend in das Gesser zurückzusetzen. Andere Fische, die nicht absichtlich gefangen wurden, können zurückgesetzt werden, wenn dies aus einem vernünftigen Grund geschieht. Werden sie beim Fang nachhaltig verletzt, sind sie unverzüglich zu ten. Beim Fang getötete sowie entsprechende tot angelandete Fische rfen nicht verwertet werden; eine Aneignung ist verboten.

 

Fanggerät                                                           Verwendungsverbot

Spinnangel in Salmonidengewässern                  15.09. 31.03.

Spinn- und Raubfischangel in allg. Angelgew.     15.02. - 30.04.

Flugangel in Salmonidengessern                    01.12. - 31.03.

Köderfischsenke                                                  15.02. - 30.04.

Schleppangeln                                                     15.02. - 30.04.

Für nicht in der Fischereiordnung des Landes Sachsen-Anhalt erfasste Fischarten können die Fischereiausübungsberechtigten zum Zwecke der Hege (Bestandsregulierungen) die Mindestmaße für einzelne Gesser herabsetzen bzw. aussetzen.

5.5 Fangbegrenzungen

5.5.1 Regelung r allgemeine Angelgewässer

Beim Angeln in den allgemeinen Angelgewässern des LAV Sachsen-Anhalt e.V. rfen je Angeltag insgesamt 3 Fische nachstehender Arten gefangen und behalten werden, von diesen Arten aber höchstens:

3 Stück: Hecht, Karpfen, Quappe, Regenbogenforelle, Schleie, Zander

2 Stück: Barbe, Rapfen

1 Stück: Äsche, Bachforelle

5.5.2 Regelung r Salmonidengewässer

In den Salmonidengewässern des LAV Sachsen-Anhalt e.V. rfen je Angeltag insgesamt 3

Salmoniden gefangen und mitgenommen werden, sofern dies nicht durch die

Fischereierlaubnisscheine anders bestimmt ist.

5.6 Festlegung von Fischschonbezirken

Durch den Fischereiausübungsberechtigten können in Abstimmung mit der Fischerei- und Umweltbehörde Teile von Gewässern zu Fischschon- bzw. Laichschonbezirken erklärt werden, in denen das Angeln nicht gestattet ist. Die Festlegung von Fischschonbezirken ist in der Verbandsinfo des LAV Sachsen-Anhalt e.V. bekannt zu machen und am Gewässer auszuschildern.

6. Schlussbestimmungen

Für die Einhaltung der Gewässerordnung bzw. der konkreten Festlegungen für einzelne Gewässer ist jeder Angler selbst verantwortlich, d.h., er hat sich vor Beginn des Angelns über die geltenden Bestimmungen zu informieren.


Anlage 1

Erläuterung zur einheitlichen Beschilderung der Salmoniden-Angelgewässer des LAV

Der Grundtyp der Schilder ist ein auf der Spitze stehendes Quadrat mit einer Seitenlänge von 30 cm.

Schild A: Schonstrecke

 

Grundfarbe rot. Dieses Schild bedeutet, dass das Gewässer in beiden Richtungen für jegliches Angeln gesperrt ist.

 

Schild B: Angelstrecke

 

Grundfarbe gelb. Kennzeichnung eines Salmoniden- Angelgewässers nach Pkt. 4.4 der Gewässerordnung.

 

Schild C: Begrenzungsschild

 

Es kennzeichnet die Grenzen einer Schonstrecke.

Die Grundfarbe der einen lfte ist rot, die der anderen gelb. Sind 2 Schilder mit den roten Hälfte einander zugekehrt,

ist die dazwischenliegende Strecke gesperrt.

Sind die beiden gelben Hälften einander zugekehrt, so ist die dazwischenliegende Strecke freigegeben.

Zur Kennzeichnung von Flugangelstrecken dienen: Schild D: Flugangelstrecke

 

Grundfarbe gelb, im Zentrum des Schildes ein schwarzes F. Flugangelstrecke in beide Richtungen.

 

Schild E: Begrenzungsschild

 

Es kennzeichnet die Grenzen einer Flugangelstrecke. Grundfarbe gelb, beide Hälften durch einen senkrechten schwarzen Strich getrennt, in einer Hälfte befindet sich ein schwarzes F. Zwischen den mit F gekennzeichneten lften von zwei Schildern befindet sich eine Flugangelstrecke.

Zu beachten ist, dass dieses Schild auch auf einer lfte rot sein kann und es dann zur Kennzeichnung einer der Flugangelstrecke folgenden Schonstrecke dient.


Zur Kennzeichnung von Mischgewässern dienen: Schild F: Begrenzungsschild

Das Schild ist durch einen senkrechten schwarzen Strich getrennt. Beide Hälften sind entweder gelb oder eine Hälfte rot (Schonstrecke). In einer gelben Hälfte befindet sich ein schwarzes M. Dieses zeigt den Beginn eines allgemeinen Angelgessers an,

für dessen Beangelung Punkt 4.4 der Gesserordnung nicht anzuwenden ist.

Schild G: Watangelverbot

 

gelbes Viereck mit schwarzem W, das mit einem schwarzen Schrägstrich durchgestrichen ist,

es kennzeichnet eine Strecke mit Watverbot.

 

Anlage 2

Beschilderung von Fischschonbezirken

 

 

Das Zeichen hat eine Seitenlänge von 630 mm der grüne Rand eine Breite von 62 mm.

 

 

 

Die geänderte Gewässerordnung wurde auf der Mitgliederversammlung des Landesanglerverbandes

Sachsen-Anhalt e.V. am 11. November 2006 in Brambach beschlossen.

Sie wurde durch die Mitgliederversammlungen des Landesanglerverbandes Sachsen-Anhalt e.V. am 10.11.2007, am 17.03.2012, am 23.03.2013 und am 07.11.2015 gndert.