Initiative der SPD-Europaabgeordneten Ulrike Rodust stößt auf Kritik in Sachsen-Anhalt - 27.01.2017

Sehr geehrte/r ....................

der Landesanglerverband Sachsen-Anhalt e.V. vertritt über 43.000 Angler und hat sich verschiedentlich hinsichtlich der Problematik einer drastischen Fangbeschränkung für den Dorsch in der Ostsee zu Wort gemeldet.

Die jetzigen Fangeinschränkungen beim Dorsch treffen vor allem die kleine Küstenfischerei und die Angler in ganz Deutschland. Ziel solch einer drastischen Maßnahme war es aber, dafür Sorge zu tragen, dass sich die Dorschbestände in der Ostsee erholen. Ein Fangverbot in der Laichzeit sowie eine Absenkung der Fangmenge bei Anglern auf 3 Dorsche tragen dazu auch wesentlich bei. Auch in dieser Zeit haben die Angler und Berufsfischer einen Beitrag zu leisten, um das Ziel zu erreichen.

An die wirtschaftlichen Auswirkungen für diese Region, die solch eine Fangmengenbegrenzung für Angler nach sich zieht, haben alle Politiker im Land und der EU nicht gedacht. Dies ist nun leider für 2017 nicht zu ändern.
Unsere Vereine und auch wir haben die entsprechenden Schlussfolgerungen aus diesem EU Beschluss gezogen.

Angesichts der Initiative der Schleswig-Holsteinischen SPD-Europaabgeordneten Ulrike Rodust sehen wir uns gefordert, Ihnen die Problematik auch aus unserer Sicht, aus der der Angler, nahe zu bringen.

EU-Beschlüsse sind dazu da, dass diese anerkannt und auch umgesetzt werden. So jedenfalls sehen wir Angler dies. Das, was Frau Rodust nun aber initiiert, EU Beschlüsse nur einseitig, und nur für Berufsfischer, in diesem Fall für die kleinen Kutter in der Ostsee, die im Flachwasser nahe der Küste fische, aufzuweichen und eine Veränderung bestehenden EU Beschlusslage durch eine erneute Beschlussfassung herbeizuführen, empfinden wir als eine Frechheit den Anglern gegenüber und trifft auf unser Unverständnis, da nicht beabsichtigt ist, diese Änderung auch auf die Angler zu übertragen. Wenn es eine Änderung geben sollte, dann soll diese Änderung für Berufsfischer und Angler gleichermaßen gelten.

Sie alle als Politiker haben sich sicher auch schon sehr oft die Frage gestellt, warum gibt es in unserem Land so viel Politikverdrossenheit?
Warum weigern sich Bürgerinnen und Bürger von ihrer Pflicht Gebrauch zu machen, indem sie nicht mehr zur Wahlurne schreiten?
Die Folge dessen war in Sachsen-Anhalt für alle erschreckend deutlich zu sehen, im Ergebnis der Landtagswahl 2016.
Keiner hatte ernsthaft damit gerechnet, dass CDU, SPD, DIE LINKE und BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN solche drastischen Stimmverluste hinnehmen mussten und die AFD hier im Land so viel Zuspruch findet und fast 25% der Wählerstimmen auf sich vereinigen wird.

Und genau solche Initiativen, wie die von Frau Rodust, führen dazu, dass den Menschen in unserem Bundesland, aber auch in allen anderen Bundesländern vermittelt wird, Politik interessiert sich nur noch für die Wirtschaft und deren Interessen.

Dafür setzt man sich als Politiker massiv ein.

Die Bevölkerung, in diesem Fall die Angler, sind ihr völlig egal. Aber auch Angler, und das wird völlig vergessen, sind Wähler.

Solchen einseitigen populistischen Vorstößen seitens der Politik, wie in diesem Fall, ist es letztendlich zu verdanken, wenn Menschen zu Protestwählern werden.

Genau solche Initiativen sind es, die die Menschen dazu bringen ihr althergebrachtes Wahlverhalten negativ zu beeinflussen.

Durch solche politischen Entscheidungen provozieren Sie aber genau dies.  

Im Interesse des Friedens zwischen den Anglern und den Berufsfischern erwarten wir von Ihnen als Politiker, dass Veränderungen durch Aufweichung des EU Beschlusses, in diesem Fall das Küstennahefischen auf Dorsch für Angler und Berufsfischer gelten muss.

Nur so können Sie verdeutlichen, dass sie die Interessen aller vertreten und nicht Spielball der Wirtschaft sind.

Angeschrieben wurden:

Frau Ulrike Rodust, MdEP
Herr Martin Schulz, MdEP

Bundeskanzlerin Frau Angela Merkel
Bundesminister Herr Christian Schmidt

Herr Manfred Behrens, MdB
Herr Dr. Karamba Diaby, MdB
Herr Jan Korte, MdB

Ministerin Frau  Prof. Dr. Dalbert

Fraktion der CDU LS/A

CDU Landtag LS/A Reaktion auf unser Schreiben vom 15.02.2017

Fraktion der Linken LS/A
Fraktion der SPD LS/A