MV des Landesanglerverbandes analysiert Entwicklung im Verband und bestimmt die nächsten Schritte

 MV LAV 24.03.2018 01 WEB

Mit Forstdirektor Reinhold Sangen-Emden, Referent für Forst- und Jagdpolitik, Fischerei des Ministeriums, Werner Klasing, Präsident des Niedersächsischen Anglerverbandes, Olaf Lindner, Mitarbeiter für Öffentlichkeitsarbeit beim Bundesverband dem DAFV und Andreas Schlüter, Fischereiberater des Landes, bekundeten wichtige Arbeitspartner des LAV mit ihrer Teilnahme das Interesse an einer weiteren guten Entwicklung der Zusammenarbeit.

Nach dem ehrenden Gedenken der im Berichtszeitraum verstorbenen Mitglieder, zeigte die lange Liste der Auszuzeichnenden, dass erfolgreich im Verband gearbeitet wurde. Nach dem im Herbst die Castingsportler für Ihre Leistungen auf der Mitgliederversammlung entsprechende Würdigung empfingen, standen diesmal Boots- und Brandungsangler in einer Reihe mit würdigen Verbandsfunktionären und verdienten Partnern.

In den sich anschließenden Grußworten wurden wichtige Facetten unserer Arbeit aus anderem Blickwinkel beleuchtet. Während Werner Klasing Mittel und Methoden von PETA als Tierrechtsorganisation bloßstellte und deren Geschäftsmodell gesellschaftskritisch beleuchtete, stellte er zum anderen eine neue Wissenschaftsstudie in Aussicht, die bisher ungeprüft angenommene, störende Einflüsse von Anglern am Gewässer wissenschaftlich hinterfragt.

Olaf Lindner stellte auf breiterer Front die Ausrichtung auf Arbeitsschwerpunkte des Bundesverbandes vor. Neben vielen richtigen Ansätzen, die die Unterstützung der breiten Anglerschaft auch bei uns genießen, gab es aber auch Bedenken zu einigen Vorhaben. Ob der neue Mitgliedsausweis die gewünschte Akzeptanz finden wird, ist ebenso fraglich, wie die Investition von Mitgliedsbeiträgen in neue Studien, deren Wert nur in neu gewonnen Erkenntnissen und nicht in der Bestätigung bekannter Zusammenhänge gerechtfertigt sein kann.

Das zentrale Thema im Bericht des Präsidenten war wohl die Sicherung grundlegender Bedingungen für die Ausübung der Angelfischerei in unserem Bundesland. Ausgehend von der Charakterisierung der Angelfischerei als uraltes Gemeingut der Menschen und zugleich kultureller Tradition, die gepflegt und weiterentwickelt werden muss, wurde in der Begründung der Bogen von der Analyse der Ausgaben des Verbandes in der Gegenwart, hin zu einer transparenten und alle Bereiche erfassenden Entwicklung gespannt. Als Schlüsselaufgabe zum Erhalt guter Angelbedingungen nannte er die inhaltliche Profilierung als Fachpfleger der Gewässer und Fischbestände vor Ort. Gerade mit der Diskussion des Entwurfes der NATURA 2000 Landesverordnung war es nach Auffassung von Bülau richtig und wichtig, in der Stellungnahme des Landesverbandes klarzustellen, dass die Angelfischerei tief verwurzelt in der Gesellschaft ist, die nicht nur als sinnvolle Freizeitbeschäftigung, sondern auch als soziale Kraft, einen unschätzbaren Wert für die Gesellschaft leistet. Daraus abgeleitet galt es die im Verordnungsentwurf aus unserer Sicht enthaltenen Schwachstellen klar zu benennen und unmissverständlich die Stellung der Angelfischerei zu beschreiben. Anglerinnen und Angler sind demnach nicht zu lenkende Touristen, sondern sind Garanten, deren unabdingbare Präsenz erst den guten Erhaltungszustand hervorbringt oder gar erhält.

Der Präsident dankte daher nochmals allen Vereinen für ein wichtiges Stück Fleißarbeit. Besonders hilfreich waren die Zuarbeiten unserer Anglervereine, durchgeführte Foren, Gesprächsrunden und Vororttermine in den speziellen Vogelschutzgebieten. Für den nun folgenden Abwägungsprozess wünschte er dem Land Klugheit, Weitsicht und Erfolg. Um aktiv in diesem Verfahren weiterhin zu agieren, wird es Ende April die nächste Abstimmung mit den Vereinen auf Landesebene geben.

Insgesamt bewertete der Präsident die Entwicklung im Verband als positiv. Mit 43.178 Mitgliedern, hat sich der positive Trend in der Mitgliederentwicklung fortgesetzt. Gleiches gilt für die Gewässerausstattung. 2017 konnten wir die Gesamtgewässerfläche um rund 1/3 beim Gewässereigentum steigern. Damit sind wir jetzt Besitzer von 153 ha. Dazu kommen noch unkündbare Erbpachtverträge mit einer Laufzeit von 99 Jahren mit über 200 ha Flächenumfang.

Neben einem steigenden Angelkartenaustausch, dem bargeldlosen Umgang mit Startgebühren, bis hin zur Unterstützung der Jugendarbeit mit Materialien, zeigen getroffene Entscheidungen ihre positive Wirkung. 237 Stippruten, 18 Geräteboxen, 1128 Stundenpläne oder 1540 abgerufene Mahlhefte stehen für fast 5.000 €, die der LAV zur Förderung in dieser Form für Jugendarbeit vor Ort 2017 ausgab. Mit Blick auf die Jugendlager erhofft sich der LAV für 2018 durch eine Verkürzung auf 4 Tage, einen Fortschritt bei der Gewinnung geeigneter Betreuer.

Mit Blick auf den Veranstaltungskalender des LAV umriss Bülau nochmals die mit der begrifflichen, auch einhergehenden inhaltlichen Neuausrichtung.

Der Vorsitzende der Verbandsjugend, Bernd Bergers berichtete im Anschluss über die Aufnahme der Verbandsjugend in den Landes- Kinder- und Jugendring, mit dessen Hilfe es besser gelingen soll, geeignete Jugendleiter auszubilden. Hier arbeitete er die Bedeutung der staatlich anerkannten „Juleica“ Zertifizierung heraus. Die Jugendleiter/In-Card (Juleica) ist der bundesweit einheitliche Ausweis für ehrenamtliche Mitarbeiter-innen in der Jugendarbeit. Sie dient zur Legitimation und als Qualifikationsnachweis der Inhaber-innen.  Darüber hinaus ergeben sich über den Jugendring vielfältige Chancen, noch eigenständiger zu wirken.

Im Anschluss folgten die Berichte der Kommissionen und die Abstimmungen zu den Anträgen.

Beschlossen wurden:

  • Bericht des Präsidiums
  • Bericht der Mandatsprüfungskommission
  • Bericht der Kassenprüfer
  • Bericht der Antragskommission
  • Ergebnisrechnung 2017
  • Entlastung des Präsidiums
  • Finanzplan 2018
  • Beitragsrichtlinie 2019
  • Änderung 4.3 der Gewässerordnung des Landesanglerverbandes Sachsen-Anhalt e.V.
  • Änderung von Ziffer 5.3 der Ordnung über den allgemeinen Gewässerfonds

Alle Berichte und Anträge wurden mit großer Mehrheit angenommen. Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass es offenbar im Präsidium (noch) nicht gelungen ist, bei unterschiedlichen Sichtweisen, eine einheitliche Außenwirkung zu erzielen.   GJ