LAV - eine „starke Gemeinschaft“ mit sozialem Antlitz


Dass Menschen mit einer Behinderung sich bestens auf die Angelfischerei verstehen, gehört seit Jahren im Landesanglerverband Sachsen-Anhalt zum Grundverständnis der Mitglieder und Vorstände. Das es aber immer etwas mehr an Umsicht bei der Organisation von Veranstaltungen für Menschen mit einer Einschränkung bedarf, ist auch kein Geheimnis. Davon zeugen über 100 eingerichtete Behindertenangelplätze im Land und regelmäßige Veranstaltungen in allen Regionen. In der Gemeinschaft der Anglerinnen und Angler wird das aber nicht als Last empfunden, sondern ist mittlerweile gelebte Normalität, denn der Wunsch und das Recht auf Entspannung, Erholung und Frohsinn sind bei allen Menschen universell. Und so wurde nach Monaten der Kontaktbeschränkungen, das diesjährige gemeinschaftliche Angelerlebnis herbeigesehnt. Und natürlich hatte der Veranstalter neben der Organisation eines erlebnisreichen Angeltages, auch die Maßnahmen entsprechend der Corona- Verordnung im Blick.
Wie auch in den vorausgegangenen Jahren war der AV Brockenblick unter Leitung des Vorsitzenden Thomas Jungermann mit Hand, Herz und Verstand sofort bereit, die Veranstaltung an ihrem Gewässer, dem Kitzsteinteich in Ilsenburg durchzuführen. Neben den hervorragenden natürlichen Bedingungen, mit flachen Ufern, breiten Zugängen zu den Angelplätzen und guter Übersichtlichkeit, verfügt das Gelände auch über gute Sozialeinrichtungen.
Das der Verein gern Gastgeber für den Landesanglerverband ST ist, kommt auch bei den Teilnehmern gut an. Zu dieser Veranstaltung hatten elf Vereine aus unserem Landesverband Teilnehmer angemeldet, die auch alle mit ihren Betreuern anreisten. Der freundliche Empfang und eine erste liebevoll vorbereitete Stärkung erhöhten natürlich die Spannung, bei gutem Wetter die Angel auszuwerfen und auf einen guten Fang zu hoffen. So konnte der Präsident des Landesanglerverbandes, Uwe Bülau gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Vereins den „Startschuss“ für die Veranstaltung nach einer kurzen Ansprache geben. Damit keiner benachteiligt wurde und die Vergabe der Angelplätze auch den Grad der Behinderung berücksichtigte, übernahm Michael Hoffmann, bei allen liebevoll „Stäbchen“ genannt, die Aufgabe. Nach erfolgter Anpassung der Ausrüstung an die wechselnden Licht- und Windverhältnisse sollte nun das Glück des Simon-Petrus den Ausschlag geben.


Geschickte Handhabung der Angelruten, gutes Reaktionsvermögen und angenehme Gespräche untereinander prägten den Vormittag. Ein Fisch nach dem anderen landete in den Setzkeschern. Während die mitgereisten Betreuer bei kniffligen Anlandungen dezent assistierten, sorgten die Gastgeber mit Klaus Hartmann, Diana - und Markus Jungermann für ein perfektes Wohlfühlklima. Kaffee, Tee, AfG und Würstchen „wanderten“ direkt im Korb zum Angelplatz, um unnötige Wege zu ersparen.
Der eine oder andere Passant wunderte sich über den exklusiven Service für die Teilnehmer, weil über den geschickten Gebrauch der Ausrüstung war für den Außenstehenden nicht zu erkennen, dass es sich um eine Veranstaltung für Menschen mit einer Behinderung handelte. Auch die „professionell“ angelandeten Fischarten und Mengen belegen das eindrucksvoll. Barsch, Rotfeder, Plötze und Karpfen waren nach einem erlebnisreichen Vormittag die hauptsächlich gefangen Fische.
Und mit einem guten Fangergebnis im Rücken, waren die Gespräche bei anschließenden gemeinschaftlichen Grillen mehr als entspannt. Zum Abschluss gab es für alle Teilnehmer ein kleines Erinnerungsgeschenk mit dem Versprechen, diese gute Tradition im Verband fortzuführen und wenn möglich um eine weitere Veranstaltung im kommenden Jahr zu bereichern. Ein herzlicher Dank gilt allen Betreuern der Vereine, die mit Umsicht und Zurückhaltung vorbildlich agierten und natürlich dem Team um Thomas Jungermann. So zeigt sich erneut, dass die Anglerinnen und Angler in unserem Verband eine „starke Gemeinschaft“ nicht als Gemeinschaft der „Beutemacher“, sondern als unverzichtbarer Gemeinschaft inmitten der Gesellschaft verstehen.

Ilsennburg, den 25. September 2021

Gerhard Jarosz
Mitarbeiter Öffentlichkeitsarbeit